Produktionen
Direkt anwählen:
Autoren und Geschichte
Zur Produktion
Szenen & Songs

HONK! - Inhalt

Zum Stück

Handlung

[pk] Nur Leser, die über sehr gute Englischkenntnisse verfügen oder deren Muttersprache Englisch ist, dürften auf Anhieb etwas mit dem Titel dieses Musicals anfangen können. "honk" bezeichnet im Englischen nämlich - abgesehen von der wörtlichen Übersetzung "hupen" - den Laut, den Schwäne von sich geben. Und nicht nur die lautstarke Abweichung vom gewohnten "Quack" ist es, was das neue, aus einem übergroßen Ei geschlüpfte Mitglied der Entenfamilie von seinen Geschwistern unterscheidet. Auch seine Größe und sein Aussehen, die ihm schnell den Spottnamen "Gnomy" (Michael Mitschele) einbringen, sind allen Bewohnern der Geflügelfarm noch nicht untergekommen.

Während selbst seine vier Geschwisterküken und sein vermeintlicher Vater Erwin Erpel (Chris Moss) für ihn nur bösartigen Spott übrig haben, verteidigt ihn nur seine Mutter Ida (Judith Nahm), die von der lebenslustigen und sanften Art ihres Sohnes angetan ist, vor der Familie und der erbarmungslos lästernden Geflügelfarmgesellschaft. Der einzige, der Gnomy noch zugeneigt ist, ist der streunende Kater der Farm (Pascal Kranich), allerdings aus wenig edlen Gründen: Er sieht in dem übergroßen Entlein einen vorzüglichen französischen Happen - Ente à l'orange!

Das Abendessen, auf das der Kater Gnomy einlädt, hat jedoch einen unerwarteten Ausgang - für beide. In der hereinbrechenden Nacht verirrt sich Gnomy auf dem Rückweg zu seiner Mutter. Während Ida, die sein Verschwinden mittlerweile bemerkt hat, das gesamte Geflügel der Farm für eine Suche nach ihm aufbringt, versucht der unerfahrene Gnomy, völlig auf sich gestellt nach Hause zu finden. Auf seinem Weg durch die unbekannte Welt begegnen ihm einige illustre Gestalten, und dann ist da ja auch noch der ungesättigte Kater...

Autoren und Geschichte

Wort des Autors

»Ich muss Jule Styne, Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg dankbar sein, denn nur, weil sie mich gebeten hatten, zwei andere Andersen Adaptionen mit ihnen zu schreiben - "Die roten Schuhe" und "Däumelinchen" - entstand "HONK!". Leider wurde aus den beiden anderen Shows nichts, aber in der Zwischenzeit hatte ich mir eine Sammlung von Andersens Erzählungen gekauft und glaubte, dass im "Hässlichen Entlein" eine zeitlose Geschichte steckt, die alle Altersgruppen und Leute unterschiedlicher Gesellschaftsschichten anspricht.

Das Hauptthema des Musicals ist ganz klar die Akzeptanz anderer, die, aus welchen Gründen auch immer, anders erscheinen. In unserer zunehmend multikulturellen Gesellschaft sind das Mobbing in der Schule, Rassismus, Sexismus, Feindlichkeit gegenüber Homosexualität oder Alten in unterschiedlichen Maßen immer noch weit verbreitet. Ich mag das Wort "Toleranz" nicht, denn es unterstellt, dass man mit etwas zurechtkommen soll, dass man in Wirklichkeit nicht leiden kann. Akzeptanz, Mitgefühl und Verständnis sind viel bessere Begriffe.

George und ich entwarfen "HONK!" als Familienunterhaltung, als Spaß für jedes Alter - über Menschen wie Gänse. Wir stellten uns weder Federn noch Schnäbel vor - nur ein paar Farbtupfer und Eigenheiten, die andeuten, wer die Charaktere sind. Wir wollten uns darauf konzentrieren, den Besucher am Ende des Stücks im Bewusstsein zu entlassen, dass es OK ist, anders zu sein und dass man dafür eher willkommen, begeistert angenommen und gefeiert sein soll, als gefürchtet, missverstanden oder verfolgt.«

Anthony Drewe

Geschichte

"HONK!" erblickte am 11. Dezember 1993 das Licht der Welt, in einer Produktion des Watermill Theatre in Newbury. Damals lautete der Titel des Stücks noch "The Ugly Duckling or the Aesthetically Challenged Farmyard Fowl" (übersetzt etwa "Das hässliche Entlein oder das ästhetisch herausgeforderte Geflügel des Bauernhofs"). 4 Jahre und einige Überarbeitungen später kam im englischen Scarborough erstmals im wesentlichen die Fassung auf die Bühne, in der das Stück seither gespielt wird; kurze Zeit danach folgte die Premiere in London.

Als 2 Jahre darauf das Stück im Dezember 1999 am Londoner Nationaltheater inszeniert wurde, war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. "HONK!" wurde zum Publikumsrenner und erhielt durchweg begeisterte Kritiken. Damit nicht genug, den Autoren würde als Krönung der Laurence Olivier Award (der "Larry" - das britische Äquivalent zum amerikanischen "Tony") für das "Beste neue Musical" im Jahr 2000 überreicht. Am Rande sei erwähnt, dass damals als aussichtsreichster Favorit für diese Auszeichnung "Der König der Löwen" galt, der zurvor bei der Verleihung der Tonys abgeräumt hatte. Seither erfreut sich das Stück einer großen Beliebtheit an Regionaltheatern und schaffte 2001 auch den Sprung über den großen Teich. Seit kurzem befindet sich auch ein Verfilmung in der Entwicklung.

"HONK!" ist nicht die einzige Zusammenarbeit von Anthony Drewe und George Stiles. Ihre bisherigen Stücke umfassen Adaptionen der Erzählungen von Peter Pan (enstanden auf Initiative von Steven Spielberg und Cameron Mackintosh) und über den jungen Pharao Tutankhamun sowie eine Musicalversion von "Das Elefantenkind" von Rudyard Kipling.

Beide arbeiten jedoch auch mit anderen Autoren bzw. Musikern zusammen. George Stiles' Musik ist derzeit in 2 Produktionen des Donmar Warehouse Theaters am Londoner West End zu hören, und zwar in den musikalischen Fassungen von Shakespeares "Was Ihr wollt" und Checkovs "Onkel Wanja". Erwähnenswert sind diese beiden Produktionen schon deshalb, weil sie von Sam Mendes inszeniert werden, dessen Film "American Beauty" vor kurzem mit OSCARs überhäuft wurde (u.a. auch für seine Regie).

Seit ihrem Erfolg mit "HONK!" werden daher beide nicht zu Unrecht als Hoffnungsträger des "neuen" britischen Musicals bezeichnet, welches mit dem Verschwinden der alten Größen wie Andrew Lloyd-Webber, Tim Rice oder Produzent Cameron Mackintosh einen kreativen Tiefpunkt erreicht hat.

Zur Produktion

Für die Musicalklasse ist diese Produktion ein kleines Jubiläum: es handelt sich um die 15. Show seit Existenz der Gruppe, die folglich auf eineinhalb Jahrzehnte zurückblicken kann. Außer Marty Beck, die die Musicalklasse ins Leben gerufen hat, und dem musikalischen Leiter Alexander Burghardt kann sich von den derzeitigen Mitglieder jedoch niemand an die Anfänge entsinnen - die längste Mitgliedschaft eines noch aktiv Mitwirkenden beträgt 8 Jahre.

Wer am Abend unserer Premiere, dem 21.06.2003, Musik und Texte des Autors und des Komponisten von "HONK!", Anthony Drewe und George Stiles, hören und sehen wollte, hatte die Qual der Wahl zwischen Bruchsal, wo wir unsere Produktion eröffneten, und - London. Der Zufall wollte es, dass am selben Abend Anthony Drewe und George Stiles zusammen ein Konzert mit Ausschnitten ihrer Stücke gaben, um ihre zwanzigjährige Zusammenarbeit zu feiern, darunter natürlich auch zahlreiche Songs aus ihrem bislang erfolgreichsten Werk "HONK!", wie den Showstopper "Warts And All" ("Hässlich-Schön"). Zum Glück für uns ist London doch noch ein gutes Stück von Bruchsal entfernt...

Szenen & Songs

1. Akt
Geflügelfarm
   "Ein geflügelt' Wort - Ensemble
   "Wie schön ist Mutterschaft" - Ida, Moni
   "Anders" (Vor-Reprise) - Ida
Im & unter Wasser
   "Trag den Kopf stets hoch"
- Ida, Gnomy, Fische
Geflügelfarm
   "Schaut ihn an" - Ensemble
   "Anders" - Gnomy
Im Versteck des Katers
   "Mit dem Essen spielt man" - Kater, Gnomy
Geflügelfarm, am Abend
   "Elegie" - Ensemble
   "Jede Mutterträne" - Ida
Sumpf, im Sommer
   "Die wilde Gänsejagd"
- Graufuß, Pünktchen, Gänse, Kater, Gnomy
   "Trag den Kopf stets hoch" (Reprise)
- Gnomy

2. Akt
Im Landhaus der alten Frau, im Spätsommer
   "An Lebensformen gibt es viel"
- Prinzesschen, Stummel, Gnomy
   "Gemeinsam" - Kater, Prinzesschen, Stummel
Auf der Geflügelfarm
   "Wie schön ist Mutterschaft" (Reprise) - Erwin
Auf dem Land, im Herbst
   "Die Collage" - Ensemble
Am See, im Spätherbst
   "Dann sah ich Dich" - Gnomy
   "Hässlich-Schön"
- Krötenfrosch, Gnomy, Frösche
Auf dem Land, im Winter
   "Der Schneesturm" - Ensemble
   "Jede Mutterträne" (Reprise) - Instrumental
   "Dann sah ich Dich" (Reprise) - Gnomy, Sissi
   "Anders" (Reprise) - Ida
   "Geschmolzene Mieze" - Kater
Geflügelfarm, im Frühling
   "Schaut ihn an" (Reprise) - Ensemble

Ich bin sprachlos!