Autoren und Geschichte
Das psychedelische Titelbild unserer Guys & Dolls-Produktion
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"Guys & Dolls" wurde von seinen Autoren als "Musical Fable of Broadway" untertitelt. Fabel ist definiert als Sage, Legende, Geschichte mit einer Moral. Obwohl, wie die meisten Musicals, eine Lovestory, ist "Guys & Dolls" gleichermaßen ein New Yorker Märchen. Die Welt, die Damon Runyan, auf dessen Kurzgeschichten das Stück basiert, geschaffen hat, ist eine gelungene, frei erfundene Geschichte.
Das Musical stellt einen Broadway dar, der nie genau so existiert hat, wie er auf der Bühne zu sehen ist. Runyan war Journalist und schrieb hauptsächlich über das Theaterviertel am Broadway. Als er begann, Kurzgeschichten zu schreiben, schuf er eine eigene Perspektive, und, was noch wichtiger ist, eine eigene Sprache, die nichts verkürzt, und alle Dinge mit einer bestimmten, verrückten Logik angeht.
Frank Loesser, der Komponist und Songtexter, schuf eine musikalische Vorlage mit großem Variantenreichtum, die trotzdem eine Einheit in Ausführung und Zweck hat. Geschickt verband er klassische Formen (Bachsche Fuge, college alma mater, und fast opernhafte, aber dennoch komische Duette) mit einem modernen Musikstil für Sky und Sarah. Loesser hat die Musik auf die Charaktere abgestimmt. Hierzu inspirierte ihn sicher auch die Berufserfahrung als Pianist in einem Club, der der "Hot Box" nicht unähnlich war. Während die Protagonisten durch ihre einfache, fast plumpe Sprache nicht besonders gebildet wirken, gibt ihnen die Musik andererseits eine ganz persönliche Würde.
Neben der Bühnenversion in den Fünfzigern am Broadway und in London wurde "Guys & Dolls" zum Hollywoodstoff in einem Film mit Marlon Brando, Jean Simmons, Frank Sinatra und Vivian Blaine, die bereits am Broadway die Rolle der Adelaide verkörpert hatte.
"Guys & Dolls" wurde in den Fünfzigern und Sechzigern im City Center in New York mehrfach wiederaufgenommen, hatte 1976 ein gleichwertiges Revival mit einer Cast ausschließlich schwarzer Darsteller und erfuhr eine überaus beliebte und erfolgreiche Neuaufnahme am englischen Nationaltheater. 1992 erfolgte eine Neuaufnahme am Broadway, deren Spieldauer jede Wiederaufnahme übertraf, die je dort stattgefunden hat. Deren Besetzung sind heute die bekanntesten Darsteller des Broadway, wie Nathan Lane (passenderweise in der Rolle des Nathan) und Faith Prince in der Rolle der Adelaide. Beide wurden für ihre Interpretationen mit der höchsten Auszeichnung prämiert, die der Broadway kennt, dem Tony Award für die beste Darstellerin bzw. den besten Darsteller.
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