Produktionen
Direkt anwählen:
Autoren und Geschichte
Zur Produktion
Szenen & Songs

Guys & Dolls - Inhalt

Zum Stück

Handlung

New York in den Fünfzigern: Nathan Detroit (Marco Vilardo), erfolgreicher Organisator von illegalen Glücksspielen, ist frustriert, denn obwohl die halbe Stadt nur so von zahlungs- und spielwilligen Gangstern wimmelt, findet er keinen Ort für eine Würfelpartie. Der einzig mögliche Spielort, die Garage von Joey Biltmore, würde ihn 1000$ kosten, die er natürlich nicht aufbringen kann. Außerdem geht ihm seine Verlobte Adelaide (Sarah Schütz), die als Nachtclubsängerin in der "Hot Box" arbeitet, zunehmend auf den Wecker, denn sie will nach 14 Jahren Verlobung endlich(!) eine Familie gründen und nichts mehr von Nathans illegalen Aktivitäten wissen.

Nathan glaubt seine Probleme gelöst, als es ihm gelingt, den Spieler Sky Masterson (Carsten Köster / Ulrich Osterland) zu einer Wette mit 1000$ Einsatz zu überreden: Will Sky gewinnen, muss er die biedere Vorsitzende der Heilsarmee, Sarah Brown (Daniela Bacher / Judith Nahm) zum Abendessen ausführen. Da sie eine Aversion gegen Glücksspieler hat, glaubt sich Nathan seiner Sache sicher. Als Sarah dennoch Skys Charme erliegt, gerät Nathan zunehmend in die Klemme, denn zum Spielort-Problem gesellen sich auch noch der schiess- und spielwütige Gangster Big Jule (Jürgen Riffel) und der aufdringliche Lieutenant Brannigan (Herbert Mahl), der Nathan zu gern dingfest machen würde. Natürlich kommt für alle alles anders, denn Sky und Sarah verlieben sich ineinander, während Adelaide die ersten Hochzeitsvorbereitungen trifft...

Autoren und Geschichte

Programmhefttitel für Guys & Dolls Das psychedelische Titelbild unserer Guys & Dolls-Produktion

"Guys & Dolls" wurde von seinen Autoren als "Musical Fable of Broadway" untertitelt. Fabel ist definiert als Sage, Legende, Geschichte mit einer Moral. Obwohl, wie die meisten Musicals, eine Lovestory, ist "Guys & Dolls" gleichermaßen ein New Yorker Märchen. Die Welt, die Damon Runyan, auf dessen Kurzgeschichten das Stück basiert, geschaffen hat, ist eine gelungene, frei erfundene Geschichte.

Das Musical stellt einen Broadway dar, der nie genau so existiert hat, wie er auf der Bühne zu sehen ist. Runyan war Journalist und schrieb hauptsächlich über das Theaterviertel am Broadway. Als er begann, Kurzgeschichten zu schreiben, schuf er eine eigene Perspektive, und, was noch wichtiger ist, eine eigene Sprache, die nichts verkürzt, und alle Dinge mit einer bestimmten, verrückten Logik angeht.

Frank Loesser, der Komponist und Songtexter, schuf eine musikalische Vorlage mit großem Variantenreichtum, die trotzdem eine Einheit in Ausführung und Zweck hat. Geschickt verband er klassische Formen (Bachsche Fuge, college alma mater, und fast opernhafte, aber dennoch komische Duette) mit einem modernen Musikstil für Sky und Sarah. Loesser hat die Musik auf die Charaktere abgestimmt. Hierzu inspirierte ihn sicher auch die Berufserfahrung als Pianist in einem Club, der der "Hot Box" nicht unähnlich war. Während die Protagonisten durch ihre einfache, fast plumpe Sprache nicht besonders gebildet wirken, gibt ihnen die Musik andererseits eine ganz persönliche Würde.

Neben der Bühnenversion in den Fünfzigern am Broadway und in London wurde "Guys & Dolls" zum Hollywoodstoff in einem Film mit Marlon Brando, Jean Simmons, Frank Sinatra und Vivian Blaine, die bereits am Broadway die Rolle der Adelaide verkörpert hatte.

"Guys & Dolls" wurde in den Fünfzigern und Sechzigern im City Center in New York mehrfach wiederaufgenommen, hatte 1976 ein gleichwertiges Revival mit einer Cast ausschließlich schwarzer Darsteller und erfuhr eine überaus beliebte und erfolgreiche Neuaufnahme am englischen Nationaltheater. 1992 erfolgte eine Neuaufnahme am Broadway, deren Spieldauer jede Wiederaufnahme übertraf, die je dort stattgefunden hat. Deren Besetzung sind heute die bekanntesten Darsteller des Broadway, wie Nathan Lane (passenderweise in der Rolle des Nathan) und Faith Prince in der Rolle der Adelaide. Beide wurden für ihre Interpretationen mit der höchsten Auszeichnung prämiert, die der Broadway kennt, dem Tony Award für die beste Darstellerin bzw. den besten Darsteller.

Zur Produktion

Für Sarah Schütz, die die verschnupfte Verlobte Adelaide gab, war dies der letzte Auftritt mit der Musicalklasse. Sie entschied sich nach dem Abschluss des Abiturs dafür, ihr langjähriges Hobby zum Beruf zu machen und bewarb sich erfolgreich an der renommierten Münchner Hochschule für Musik und Theater für den Studiengang Musical. Zusammen mit einer handvoll weiteren Bewerbern wurde sie aus einem Kreis von über hundert Kandidaten ausgewählt. Vor kurzem kreierte sie die Rolle des Pinocchio in der gleichnamigen, von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeierten Uraufführung von Wilfried Hillers Oper im Prinzregententheater München.

In der väterlichen Rolle des Ambrosius Brown war Wolfgang Wittke zu sehen, der nicht nur der Vater eines erfolgreichen ehemaligen Mitglieds unserer Truppe, Melanie Wittke, ist, sondern über lange Zeit die Musik- und Kunstschule Bruchsal selbst geleitet hat. In einer ähnlichen Situation war Herbert Mahl, der Lieutenant Brannigan verkörperte, denn er ist der Vater unseres langjährigen Mitglieds Claudia Mahl - und selbst schon lange Zeit Schauspieler. Wer jetzt beim Blick auf die Besetzungsliste ob einer weiteren Namensgleichheit stutzt: Nein, Annette und Sarah Schütz sind ausnahmsweise nicht miteinander verwandt!

Die erforderliche Zahl der männlichen Rollen in "Guys & Dolls" überstieg zu Beginn der Proben bei weitem die Kapazitäten an Männern in der Musicalklasse. Marty Beck schaltete daher zum ersten Mal Anzeigen und warb auf diesem Weg etliche männliche Darsteller an, von denen einige noch heute zu den Mitgliedern gehören.

Was die Ausstattung anging, war "Guys & Dolls" eine der aufwändigsten Produktionen, die die Musicalklasse bislang zur Aufführung brachte. Dies betraf vor allem das Bühnenbild. Für das Stück wurde eigens ein aus 4 Quadern bestehender, 2,40 m hoher Würfel aus Holz gezimmert. Jedes der Viertel war unabhängig von den anderen bewegbar, wobei eine Seite wie eine Tür geöffnet werden konnte, um einen Blick in das Innere des Quaders zu ermöglichen.

Wurden alle Viertel zusammengestellt, ergaben sie einen Würfel, dessen Seiten jeweils korrespondierende Augenzahlen eines Spielwürfels zeigten. Je nachdem, wie die Viertel sonst gruppiert und bisweilen geöffnet wurden, ergaben sich 4 unterschiedliche Szenerien: Eine Straße des New Yorker Broadway, das Innere der Bahnhofsmission, das kubanische Restaurant in Havanna oder die - im wahrsten Sinne des Wortes - "Hot Box".

Glücklicherweise macht die Modularität die Konstruktion so vielseitig, dass wir einen Würfelviertel umdekorieren und als Bühnenbild für die folgende Produktion, Leidenschaft: Musical! wiederverwenden konnten.

Szenen & Songs

1. Akt

Straße Broadway
   "Ganovenfuge" - Prima, Benny, Rusty
   "Folget dem Lamm" - Heilsarmee
   "Spielen in New York" - Ganoven
In der Mission
   "Ich weiß" - Sky, Sarah
Hot Box - Nachtclub
   "Hab' Dich lieb" - Adelaide, Show Girls
   "Verschnupft" - Adelaide
Straße Broadway
   "Guys & Dolls" - Prima, Benny, Rusty
   "Folget dem Lamm" - Heilsarmee
Havanna
   "Havanna" - Sky, Sarah & Ensemble
   "Ding Dong Ding" - Sarah
Straße Broadway
   "Ich hab' bis heut' noch nie geliebt"
- Sky, Sarah

2. Akt

Hot Box - Nachtclub
   "Nimm Deinen Nerz" - Adelaide, Show Girls
   "Verschnupft" (reprise) - Adelaide
Straße Broadway
   "Was könnt' ich Dir wünschen" - Ambrosius
Würfel
   "Ballett der Glücksspieler" - Ganoven
   "Glück, sei 'ne Lady" - Sky & Ganoven
Straße Broadway
   "Verklag' mich" - Adelaide & Nathan
In der Mission
   "Gib acht, sonst kentert das Boot"
- Prima & Ensemble
Central Park
   "Schlepp ihn zum Traualtar"
- Adelaide & Sarah
Würfel
   "Guys & Dolls" (reprise) - Ensemble

Ort und Zeit der Handlung: New York und Havanna, in den 1950er Jahren.
Ich bin sprachlos!